Konzertreise nach Rom Mai 2018

Mendelssohns Lobgesang in Rom
Was braucht es, damit 3 Chöre und ein Orchester gemeinsam auf Reisen gehen können? Es braucht ganz am Anfang eine Idee und den festen Glauben, dass diese Idee auch in Tat umgesetzt werden kann. Wir durften es umsetzen. Wir, das sind Mitglieder des Kinderchores Kaltbrunn, der Kantorei St.Georg Kaltbrunn, des Kirchenchors Gommiswald-Rieden und des Jungen Kammerorchesters Ostschweiz.
Bis es zur Umsetzung kam brauchte es aber mehr als drei Jahre Vorbereitungszeit, dabei wurde ein OK gebildet, Sponsoren gesucht, eine Römer Kirche fürs Konzert „ausgewählt“, Unterkunft und Restaurants für über 100 Personen gesucht, orts-kundige Reiseführer und Cars organisiert. Danke deshalb an dieser Stelle all den Personen die uns dies ermöglicht haben. Marilena Brazzola und Daniel Winiger für die tolle Idee und die musikalische Umsetzung und dem gesamten OK mit Ueli und Marta Jud (Hauptsponsoren), Rolf Schudel und Susanna Burgmaier (Kantorei St.Georg), Andreas Wicky (Kinderchor Kaltbrunn), Michael Grundler (Kirchenchor Gommiswald-Rieden), Lorenz Nägeli (Junges Kammerorchester Ostschweiz) und Urs Spuler, (Reiseleiter) für die fachmännische Organisation der gesamten Reise.
Eine gemeinsam Reise, ein gemeinsames Konzert, was für eine Freude. Natürlich kannten wir uns alle schon, hatten wir schon im September 2017 anlässlich des 40 Jahre Jubiläums des Kinderchores das wunderbare Werk, den Lobgesang von Felix Mendelssohn konzertant in Kaltbrunn, Weinfelden, Horgen und in der Tonhalle St. Gallen aufgeführt.
Anfangs Mai machten wir uns auf nach Rom in die Ewige Stadt. Treffpunkt
war Donnerstagabend 20 Uhr im Speisesaal des Hotels Casa Tra Noi zum gemeinsamen Nachtessen in Rom. Die Anreise erfolgte ganz unterschiedlich per Flugzeug, Bahn, Car oder Velo. Abfahrt mit dem grossen Doppeldecker-Car von Drusberg-Reisen war 7 Uhr am Morgen. Ankunft in Rom abends um 19 Uhr. Eine lange Fahrt, aber sie verlief reibungslos, abgesehen von der Störung der Car-Heizung die doch einige Reisende zum Schlottern brachte und einen nicht geplanten Zwischenhalt erforderte. Zum Glück konnten die Carchauffeure die Störung schnell beheben und wir setzten die Reise aufgewärmt und gut gelaunt fort. Früher als geplant kamen wir in Rom an und bezogen unsere Zimmer. Nach dem gemeinsamen Nachtessen hatten wir den Abend zur freien Verfügung. Wer wann, wo und wie lange im Römer Nachtleben unterwegs war ist nicht ganz geklärt, es erschienen aber am Freitagmorgen alle zufrieden und pünktlich zum Frühstück. Es stand die Besichtigung des Petersdomes auf dem Programm. Am Petersplatz angekommen, stellten wir uns in die endlos lange Reihe der bereits wartenden Gläubigen und Touristen. Alle wollten sie hinein in diese berühmte Kirche. Unsere beiden Reiseführer verkürzten uns zwar die Wartezeit mit ungemein spannenden Informationen aus der Geschichte dieser Kirche im Verlauf der Jahrhunderte, dennoch wurde nach einer Stunde Wartezeit bald einmal klar, dass wir den geplanten Besuch der Kirche abblasen mussten, hätten wir doch mit einer weiteren Wartezeit von mindestens 2 Stunden rechnen müssen. So verliessen wir den Petersplatz und machten uns stattdessen auf zum Castel St. Angelo. Dort erfuhren wir, lebendig erzählt, unglaublich spannendes über das Gebäude und seine Geschichte. Man bekam Gänsehaut ob der Brutalität mit welcher man sich in früheren Zeiten unliebsamer Regenten, Feinde und Verwandten entledigte um an die Macht zu gelangen, aber auch mit welchem Glanz und Pomp diese Macht in Form von Architektur und Kunst in Stein gehauen wurde.
Am Nachmittag machten wir uns auf zur Römer Kirche San Ignazia di Loyola. In dieser wunderschönen Jesuitenkirche sollte dann am Abend unser Konzert stattfinden: Mendelssohns 2. Sinfonie, der Lobgesang. Dieses Konzert konnte vor allem dank den Beziehungen zum Schweizer Gardisten Stefan Zahner, Gommiswald, durchgeführt werden. Die Hauptprobe verlief wie es sein muss, hier etwas geschliffen an Tempi, Aussprache und Gestaltung, Aufstellung und Abgang proben und man gewöhnte sich an die Akustik der Kirche. Dies alles unter den Augen und Ohren der vielen Tagestouristen welche die Kirche besichtigten. Es war schon fast eine kleine Aufführung, bekamen wir doch nach jedem Satz Applaus. Dies beflügelte uns natürlich für das Konzert am Abend. In der Pause zwischen Hauptprobe und Aufführung hatten wir nochmals Zeit für Sightseeing. Trevi Brunnen, Spanische Treppe oder einfach im Ristorante gemütlich sitzen, ein jeder verbrachte die Zeit nach persönlichem Gusto.
Abends dann endlich unser Konzert (Bild Konzert). Wunderbar wie sich die fantastischen italienischen Berufsbläser harmonisch ins Junge Kammerorchester einfügten, wie die Freude am gemeinsamen Musizieren unter uns allen Mitwirkenden so spürbar war. Unter der virtuosen Leitung unseres Dirigenten Daniel Winiger gaben wir alle unser Bestes. Nach dem Konzert das wohlverdiente gemeinsame Nachtessen. Fröhlich und entspannt genossen wir die italienische Küche und den Vino Rosso.
Samstag war dann ganz dem alten Rom gewidmet. Palatinum, Colosseum, Circo Massimo etc., Bauten und Plätze voller Schönheit und Geschichte. Wiederum wurden wir durch diesen Teil Roms und dessen vielfältiger Vergangenheit mit vielen Informationen geführt, es war kurzweilig, interessant, humorvoll, fantastisch. Ein besonderer Moment war auch das Picknick im lauschigen Klostergarten mit wunderbarster Aussicht über Rom. Dank Beziehung zu den Bewohnern dieses Klosters durften wir nicht nur die Ruhe dieses Gartens geniessen und die Aussicht bewundern (Bild Aussicht), sondern bekamen die Gelegenheit das Atelier eines Mönches und einige seiner Kunstwerke zu besichtigen. Frisch gestärkt ging es weiter, der Kinderchor zum Ausgang ins Stadtzentrum, alle andern vorbei am Monumento Vittorio Emmanuele II, Palazzo Venezia, runter zum Tiber, über den Ponte Garibalidi. Kaum die Brücke passiert und in einem Restaurant Platz genommen, gab es einen gewaltigen Platzregen. Wir liessen uns deshalb Zeit mit unseren Getränken, amüsierten uns ob
der Geschäftstüchtigkeit der Strassenverkäufer, die sofort Regenschirme
und -ponchos feil hielten. Wir fragten uns, wo sie diese wohl so schnell her hatten. Einige machten sich nach dem Zvierihalt direkt auf den Heimweg, andere besuchten noch die wunderschöne Kirche St. Maria in Trastevere. Ein Schmuckstück und die älteste Marienkirche Roms. Per Pedes ging es hoch zur Fonte Acqua Paola und am Botanischen Garten entlang. Noch einmal konnten wir einen Blick über Rom werfen und die Aussicht in uns aufnehmen. Ein langer Tag mit vielen Schritten und vielen Eindrücken ging zu Ende. Im Hotel eine kurze Erfrischungspause, dann auf zum gemeinsamen Nachtessen, diesmal auch zusammen mit all unseren Sponsoren: JMS Schmerikon, Beda Steiner AG, Bank Linth, Federtechnik Kaltbrunn, fontana & fontana, RIC und Zürich Generalagentur Uznach. Am Sonntagmorgen war dann ein letzter Höhepunkt angesagt. Heilige Messe im Petersdom zu Ehren der Vereidigung der Schweizergardisten. Ein erhebendes Gefühl, in dieser monumentalen Kirche zu sitzen und Teil dieser Zeremonie zu sein. Den Einmarsch der Gardisten zu erleben und den virtuosen Klängen des Orgelspiels von Wolfgang Sieber (Organist der Hofkirche Luzern) zu lauschen, der den Gastkanton Luzern vertrat.
Nach dem Gottesdienst hiess es Abschied nehmen von Rom, der ewigen Stadt. Eine eindrückliche Reise neigte sich dem Ende entgegen. Die Rückreise verlief dank der beiden versierten Chauffeure ebenso reibungslos wie die Hinfahrt und so landeten wir zeitig wieder in unseren heimischen Gefilden. Es bleiben wunderbare Erinnerungen an diese 4 Tage und der Wunsch auf eine Wiederholung irgendwann ...

Susanna Burgmaier